Morr Music. Labelprofil

Mai 20th, 2006

Morr Music ist mit den Jahren zu dem Referenzlabel für das Genre-Sammelbecken „Electronica“ geworden. Das dabei war als das Powerbook zur neuen Gitarre wurde und die Gitarre zum neuen Powerbook. Als sich der Sound den Song zurückeroberte und elektronische Musik von der Festplatte in den Probenraum kroch. Herausgekommen sind wunderbare halbdigitale Songwriteralben wie Lali Punas „Scary World Theory“ von 2001 oder gerade eben Masha Qrellas „Unsolved Remained“. Herausgekommen sind die entgrenzten Jazzlandschaften des Tied & Tickled Trio um die beiden Notwist-Brüder Markus und Micha Acher. Oder die kühnen Songflächen von Tarwater, der Band der Berliner Bernd Jestram und Ronald Lippok.
Angefangen hat alles 1999. Oder besser: weitergegangen. Denn Thomas Morr knüpfte mit seiner Labelgründung gleich an mehrere Erzählungen an: an der vom selbstverwalteten Indieland, einer Nischenökonomie, in der Freundschaft und Begeisterung die Leitwährungen sind. Und an einer sehr britischen Erzählung von einer Popwunderwelt voll von großen, emphatischen Gefühlen. Nicht ohne Grund hängt ein Morrisey-Poster über der Jukebox im Morr-Büro, hieß die erste Label-Compilation von 2000 ausgerechnet “Putting The Morr Back Into Morrissey“. Und die zweite zwei Jahre später “Blue Skied An’ Clear“; eine Hommage an die britische Shoegazer-Band Slowdive, deren schwebend-transparenter Gitarrenpop ja auch so etwas wie eine Blaupause für viele Elektronika-Künstler mit Indie-Herzen war. Und eben mit jener Indie-Sozialisation, die auch die meisten Morr-Music-Künstler eint. Morr Music leistet dies- wie jenseits der Töne Überzeugungsarbeit, veröffentlicht Herzensangelegenheiten.

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